Balinesen foreign white

 

BALINESEN FOREIGN WHITE

 

Gastautorin: Susanne Arnold

Ueberwald’s Balinesen

 

 

 

 

Die Balinesen gehören zu den orientalischen Halblanghaarkatzen. Ihr fedriger Schwanz und die seidige Struktur des Fells in Kombination mit strahlend blauen Augen sind einzigartig. Zusammen mit einem zierlichen Körperbau und ihrem wundervoll ausgeglichenen, edlen Charakter sind sie etwas ganz Besonderes.

Geschichtlich geht die Balinesen-Katze auf die Siamkatze zurück. Bevor die Rasse einen eigenen Namen hatte, wurden sie als Langhaarsiamesen bezeichnet. Woher genau das Langhaar-Gen stammt ist nicht geklärt. Eine Theorie ist, dass die Balinesen eine früher unerwünschte natürliche Langhaarvariante der Siamesen sind. Eine andere, dass Kreuzungen von Siamesen und Langhaarkatzen zu dieser wundervollen Rasse geführt haben.

Klar hingegen ist die Namensgebung. Man suchte nach einer zu Siam und Thailand passenden Rassebezeichnung. Da lag Bali nah und der Vergleich der eleganten, muskulösen Tiere mit balinesischen Tänzerinnen kam wie von selbst. Auf der Insel Bali wird man allerdings umsonst nach "wilden" Vorfahren suchen, denn die Balinesen wurden erstmals in den USA gezüchtet.

 

 

FOREIGN WHITE

 

Foreign White ist die Farbbezeichnung für weiße Siamesen und Balinesen. Auch sie haben immer blaue Augen, die in dem weißen Fell besonders intensiv leuchten. Die Foreign White sind Maskenkatzen, auch wenn man die Färbung an Gesicht, Ohren, Pfoten und Schwanz nicht sieht. Das Weiß „überdeckt“ genetisch die eigentliche Farbe der Katze, ist also so gesehen gar keine eigene Farbe, sondern das Fehlen selbiger. Das Weiß-Gen verhindert schlicht die Einlagerung der Farbpigmente. Trotzdem sind diese wichtig.

Die ideale Foreign White sollte früher möglichst reinerbig für die Masken-Farbe schwarz (= seal) und natürlich die Siam-Abzeichen sein. Das ist heute keine allgemein gültige Forderung mehr. Wichtig sind die dunklen siamblauen Augen, die sich zwar noch immer am leichtesten mit dunklen Maskentieren erreichen lassen, die aber nicht zwangsläufig bei einer Verpaarung mit helleren Maskentieren fehlen, wie aktuelle Verpaarungen zeigen. Dennoch ist es sinnvoll möglichst häufig mit dunklen Maskenfarben zu verpaaren, da diese sich mit ihrem hohen Pigmentanteil nicht nur positiv auf die Augenfarbe, sondern auch auf die Stabilität der für das Hörvermögen verantwortlichen Härchen im Ohr der Katze auswirken.

 

WEISSE KATZEN UND TAUBHEIT

 

Die Tatsache, dass es sich trotz der weißen Farbe eigentlich um eine Maskenkatze mit siamblauen Augen handelt, ist es zu verdanken, dass die Foreign White praktisch nicht von Taubheit betroffen ist. Bei weißen blauäugigen Katzen, deren Augenfarbe nicht durch das Siamgen (Maskengen) entsteht, ist die Gefahr der Gehörlosigkeit besonders groß. Taubheit ist eine Behinderung, die es bei den Foreign White Katzen nicht geben sollte. Leider gibt es aber einige wenige Einzelfälle, bei denen nicht geklärt werden konnte, weshalb die Katzen taub waren und ob es im Zusammenhang mit dem Weiß-Gen stand oder nicht. Deshalb ist die Weiß-Zucht auch bei den Foreign White, besonders was das Gehör betrifft, an Regeln gebunden, damit es Einzelfälle bleiben.

 

 

DIE ENTSTEHUNG

 

Die Gefahr der Taubheit bei weißen Katzen ist schon lange bekannt. Aus diesem Grunde begann die britische Genetik-Expertin Pat Turner in den frühen 1960ern ein Zuchtprogramm mit weißen Katzen und Siamesen. Ihr Ziel war eine hörende weiße Katze mit tiefblauen Augen. Dieses tiefe dunkle Siamblau wurde sogar nach Pat Turner „Turner-Blau“ genannt.

Häufig werden seal point und blue point Siamesen oder Balinesen für die Foreign White Zucht verwendet, weil sie die besten Garanten für dunkelblaue Augen sind. Die dunkelblaue, „siamblaue“ oder „Turnerblaue“ Augenfarbe ist wiederum eine Indikation dafür, dass die blauen Augen nicht durch das Weiß-Gen hervorgerufen werden. Die weiß-blauen Augen anderer weißer Katzen, wie z.B. der Türkisch Angora sind generell hellblau. Das dunkle Siamblau bedeutet, dass die Gefahr der Taubheit nicht gegeben ist.

Siamblaue Augen basieren auf dem Maskengen der Siamkatzen und haben - physiologisch gesehen - immer ein sogenanntes Tapetum Lucidum. Das ist die reflektierende Schicht im Hintergrund des Katzenauges, die das Auge bei Dunkelheit leuchten lässt, wenn Licht darauf fällt. Vergleichbar mit den – nach ihnen benannten - reflektierenden Katzenaugen an Fahrrädern. Das Tapetum Lucidum ist ein gutes und leicht zu diagnostizierendes Kriterium, ein weiß-blaues Auge von einem siam-blauen Auge unterscheiden zu können, denn weiß-blauen Augen fehlt das Tapetum. Ziel der Foreign White Zucht ist es, nur mit Katzen zu züchten, die das Tapetum in beiden Augen haben. Viele Vereine verlangen einen entsprechenden Test, der vom Tierarzt leicht zu erbringen ist.

 

 

DIE ZUCHT DER FOREIGN WHITE

 

Beim Züchten der Foreign White Katzen ist vieles zu beachten. Durch die Vereine ist den Züchtern einiges vorgegeben, an das man sich halten muss. So darf man keine zwei weißen Katzen miteinander verpaaren. Ein Elternteil muss, nach den Statuten, immer ein „farbiges“ Tier sein. Und je dunkler die Farbe des mit einer Foreign White zu verpaarenden Tieres ist, desto besser. So wird gewährleistet, dass den Foreign White die strahlende blaue Augenfarbe erhalten bleibt und nicht „verwässert“ wird. Und noch viel wichtiger, dass keine genetischen Defekte wieder eingeschleppt werden. Aus einer Verpaarung zwischen einer Foreign White Katze und einer farbigen Masken-Katze erhält man statistisch gesehen 50 Prozent weiße Tiere. Die andere Hälfte trägt, wie das eine Elternteil, sichtbare Siam-Abzeichen.

Verpaart man eine weiße Balinesin mit einer orientalisch Langhaarkatze, können weiße Langhaarorientalen mit grünen Augen oder in seltenen Fällen weiße Tiere mit einem grünem und einem blauen Auge entstehen (Odd-Eyed). Weiße Orientalen mit grünen Augen sind genetisch keine Siamesen, sondern gehören zur Rasse der Orientalisch Langhaarkatze. Manche Vereine unterscheiden nicht zwischen den Foreign White Balinesen und den weißen Langhaarorientalen.

Ein Hörtest ist in Deutschland (Anm.: Auch in Österreich, zumindest innerhalb der FIFe) für alle weißen Katzen Pflicht, auch für die Foreign White Balinesen. Dieser Test ist nicht billig, erfordert eine Narkose und wird nur von Spezialkliniken durchgeführt.

All die oben angeführten Punkte haben dazu geführt, dass nur wenige Züchter sich an die Weißzucht wagen. Züchterisch gesehen ist sie eine Herausforderung und finanziell ein Verlustgeschäft. Wer weiße Balinesen züchtet, tut es aus Passion.

 

 

Foreign White Balinesen Züchter:

Bei diesen Catterys gibt es die weißen Raritäten:

Ueberwald’s Balinesen (bei Mannheim)

Almost Heaven’s Orientalen (bei Regensburg)

Von Glendale Orientalen (bei Ingolstadt)

Janindras (Landau/Pfalz)

Jademond (bei Köln)

Phare Breton (bei Brüssel/Belgien)

Of Ayudhya (Gent/Belgien)

Blue Moon (Schweiz)

 

 

 

 

 

 

©   KatzenJournal, all rights reserved

Site Originated 19.12.2012